Berliner Weisse

Flaschenabfüllung der Berliner Weißen
Zentralbild1930. Die Landré-Breithaupt-Weißbierbrauerei in Berlin.U.B.z.: das Abfüllen auf Flaschen40 821-30

Die Anfänge der Berliner Weißen lassen sich in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts verorten. Sie stand in der Tradition der in weiten Teilen Deutschlands verbreiteten obergärigen Biere mit hohem bis 100-%igem Weizenanteil. Diese Biere waren meist kohlensäurereich und nach einigen Tagen meist mildsäuerlich. Typische Vertreter waren das Broihan, die Goslarsche Gose oder das Breslauer Schweps.

Die weitere Entwicklung der Berliner Weißen ist stark durch die Hugenotten geprägt. Den in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts übersiedelten Réfugiés soll das schwere, braune, mit Gerstenmalz zubereitete Bier nicht besonders geschmeckt haben. Die Qualität des zu dieser Zeit noch in Berlin angebauten Weins entsprach auch nicht dem Geschmacksempfinden der Hugenotten. Es kam zur Gründung von Weißbierbrauereien durch die französischen Einwanderer; einer der bekanntesten Namen ist Landré.

Die klassische Berliner Weiße, heute von uns als traditionelle Berliner Weiße bezeichnet, hat sich erst im 19. Jahrhundert bis zum 20. Jahrhundert herausgebildet. Es entwickelte sich eine zweistufige Weißbiertechnologie, die bis ca. 1930 gebräuchlich war. Die Würzeherstellung, die Gärführung mit einer vorhandenen Mischkultur von Hefe und Milchsäurebakterien und die Abfüllung des Jungbieres auf Fässer erfolgte in den Weißbierbrauereien. Das Jungbier wurde dann bei Bierverlegern fertig vergoren bzw. in Mischbottichen mit Würze der liefernden Brauerei verschnitten und zur Nachgärung und Reifung auf Flaschen gefüllt. Ab 1930 setzte sich es durch, die Berliner Weiße vollständig in der Brauerei herzustellen. Wie diese Technologie bis Anfang der 1970er Jahre