Handwerk, was ist das? Was bedeutet handwerkliches Brauen? Des öfteren werden Craft Brewing und Handwerk gleichgesetzt.
Schweift der Blick nach Bierfranken, wird klar, handwerkliches Brauen – oder wie soll das Brauen der meisten Brauereien zwischen Bamberg und Bayreuth genannt werden – orientiert sich bis auf wenige Ausnahmen an Traditionen und nicht an Kreationen.
Um noch ein wenig mehr Verwirrungen zu erzeugen, Craft Brewing kann nicht nur handwerkliches Brauen sein, sondern ist es in vielen Fällen auch.
Wo sind die Gemeinsamkeiten?
Handwerk läßt sich sich als eine Tätigkeit definieren, die um ihrer selbst willen gut gemacht wird. Dieser Anspruch, etwas um seiner selbst willen gut zu machen, impliziert ein dauerhaftes Lernen, Erfahren der Bedingungen für das „gute Produkt“, ein Auseinandersetzen mit der Güte der Rohstoffe, ein dauerhaftes Verbessern der Fertigungsprozesse. Erfahrung und Intuition, Trial and Error begleiten den handwerklichen Erkenntnisgewinn, die Aneignung von handwerklicher Fertigkeiten.
Die Güte des geschaffenen Produkts ist für den/die Nutzer*innen Zeugnis handwerklichen Tuns, das gegenseitigen Kennenlernen von Handwerker*innen und Verbraucher*innen ist ein weiterer Weg, die Ernsthaftigkeit handwerklichen Arbeitens zu erfahren.
Die Leidenschaft zum Produkt kann sich einerseits an dem Bewahren von Traditionen orientieren, sich andererseits in Kreativität entfalten – es ergeben sich neue Eindrücke, Erlebnisse in Bezug auf das Produkt.
Als wirtschaftlich Agierende sind Handwerker*innen den Erfordernissen ökonomischen Handelns ebenso unterworfen wie alle, die nicht völlig autark leben. Handwerkliche Unternehmungen sind inhaber*innengeführt (Einzelperson oder kollektive Organisationsformen können dies darstellen), sie sind aber unabhängig von den Rendite-Erwartungen der Kapitalgeber*innen. Dies gibt dem guten Handwerk einen Freiraum, welche das renditeorientierte Industrieunternehmen nicht hat.